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Wissen · ca. 7 Minuten Lesezeit

Etiketten lesen: Was steht eigentlich im Hundefutter?

Rohasche, tierische Nebenerzeugnisse, „mit Huhn" – auf Futterpackungen stehen viele Begriffe, die mehr verwirren als erklären. Hier lernst du, ein Etikett in wenigen Minuten zu verstehen.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · von Marvin

Hundeschnauze neben einem Napf mit Trockenfutter, Fleisch und Kräutern
Bild KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zutaten stehen nach Gewichtsanteil sortiert – was zuerst steht, ist am meisten drin.
  • „Roh" bei Rohprotein und Co. beschreibt die Messmethode, nicht die Qualität.
  • Nass- und Trockenfutter kannst du nur vergleichen, wenn du den Wassergehalt herausrechnest.
  • Ob ein Futter gut zu deinem Hund passt, verrät das Etikett allein nicht – es ist aber ein guter Anfang.

Allein- oder Ergänzungsfutter?

Ganz oben auf jeder Packung steht, um welche Art Futter es sich handelt. Das ist wichtiger, als viele denken:

Die Zusammensetzung: Reihenfolge zählt

In der Zusammensetzung stehen alle Zutaten – sortiert nach ihrem Gewichtsanteil. Was ganz vorne steht, macht den größten Teil aus. Dabei gibt es zwei Arten, wie Hersteller das angeben dürfen:

Gut zu wissen: Bei Fleisch zählt das Gewicht oft im frischen Zustand – also mit Wasser. Bei Trockenfutter kann der Anteil nach dem Trocknen deshalb kleiner sein, als es zuerst wirkt. Steht dagegen Trockenfleisch in der Liste, ist das Wasser bereits herausgerechnet – der angegebene Anteil entspricht also dem, was wirklich im Futter steckt.

Was „mit Huhn" wirklich bedeutet

Wird eine Zutat im Namen oder auf der Packung hervorgehoben, muss ihr Anteil angegeben werden. Zusätzlich hat sich in der Branche eine Faustregel etabliert, an der du dich orientieren kannst:

BezeichnungMindestanteil
„mit Huhn"mind. 4 %
„reich an Huhn"mind. 14 %
„Huhn" im Produktnamenmind. 26 %
„nur Huhn" / „100 % Huhn"einzige tierische Zutat

Ein „Menü mit Huhn" kann also überwiegend aus anderen Zutaten bestehen. Ein Blick in die Zusammensetzung schafft Klarheit.

„Wer die Reihenfolge kennt, liest ein Etikett in einer Minute."

Tierische Nebenerzeugnisse – besser als ihr Ruf?

Der Begriff klingt nach Abfall, ist aber erst einmal nur eine Sammelbezeichnung. Dazu gehören auch Innereien wie Herz, Leber, Lunge oder Pansen, die viele Hunde gern fressen und die wertvolle Nährstoffe liefern. Gleichzeitig kann darunter Vieles fallen, was weniger hochwertig ist.

Das Wort allein sagt also wenig über die Qualität aus. Mehr Klarheit hast du, wenn die Tierart genannt ist – oder die Innereien einzeln aufgeführt sind, etwa „Rind (Fleisch, Herz, Leber, Pansen)".

Die analytischen Bestandteile verstehen

Dieser Abschnitt beschreibt, was eine Laboranalyse des fertigen Futters ergibt. Das „Roh" davor bedeutet nur, dass ein Standardverfahren verwendet wurde – nicht, dass etwas roh oder minderwertig ist.

Nass- und Trockenfutter fair vergleichen

Auf den ersten Blick wirkt Trockenfutter oft eiweißreicher. Das liegt aber vor allem am Wasser im Nassfutter. Ein einfaches Beispiel zeigt den Unterschied:

Nassfutter

10 % Protein, 80 % Wasser
→ ohne Wasser gerechnet: 50 % Protein

Trockenfutter

25 % Protein, 10 % Wasser
→ ohne Wasser gerechnet: rund 28 % Protein

So geht's: Teile den Proteinwert durch den Anteil, der kein Wasser ist. Beim Nassfutter also 10 geteilt durch 20 (weil 80 % Wasser) – das ergibt die Hälfte, also 50 %. Klingt kompliziert? Wichtig ist nur die Botschaft: Vergleiche nie die nackten Zahlen von Nass- und Trockenfutter.

Zusatzstoffe: nicht automatisch schlecht

Unter „Zusatzstoffe" findest du sehr unterschiedliche Dinge:

Deine 5-Punkte-Checkliste für den Supermarkt

  1. Alleinfutter? Wenn es die Hauptmahlzeit sein soll: ja.
  2. Was steht zuerst? Bei den meisten Hunden ist eine tierische Zutat an erster Stelle eine gute Basis.
  3. Ist die Tierart genannt? So weißt du, woher das Eiweiß stammt – wichtig, wenn dein Hund etwas nicht verträgt.
  4. Passt die Fütterungsempfehlung zu Gewicht und Alter deines Hundes?
  5. Verträgt dein Hund es? Am Ende ist das der wichtigste Test – das Etikett ist nur der Anfang.
Gezeichneter Toby liegt entspannt

Was ich bei Toby gelernt habe

Bei Toby habe ich lange vor allem auf eins geachtet: so viel Fleisch wie möglich. Erst später habe ich verstanden, dass das zu kurz gedacht war. Reines Muskelfleisch allein ist nicht ausgewogen – erst zusammen mit Innereien, Mineralstoffen und ein paar anderen Zutaten wird ein vollständiges Futter daraus.

Außerdem war ich lange überzeugt, dass Toby keinen Reis verträgt. Heute ist Reis in seinem Futter kein Problem mehr. Vielleicht lag es damals an etwas ganz anderem – an der Menge oder an der Zusammensetzung insgesamt.

Seit ich weiß, worauf es wirklich ankommt, ist Toby wie ausgewechselt. Deshalb schaue ich heute nicht mehr nur auf den Fleischanteil, sondern aufs Gesamtpaket.

Probier es aus

Mit den analytischen Bestandteilen von der Packung kannst du im Kalorienrechner für Hundefutter ausrechnen, wie viel Energie im Futter steckt und wie viel dein Hund davon braucht.

Marvin mit Toby auf dem Arm

Geschrieben von Marvin

Hundehalter aus dem Münsterland. Lebt mit Toby und schreibt hier über das, was die beiden zusammen gelernt haben. Mehr über uns →

Du willst wissen, was in deinem aktuellen Futter steckt?

Bring einfach die Packung mit – wir schauen uns das Etikett gemeinsam an. Starte am besten mit dem kostenlosen Futter-Check – danach kannst du direkt ein Festessen anfragen.

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Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Die Inhalte dieses Ratgebers sind bewusst allgemein und gelten für jedes Futter.