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Ernährung · ca. 6 Minuten Lesezeit

Wie viel Futter braucht mein Hund wirklich?

Die Angabe auf der Verpackung ist ein guter Start – aber kein Gesetz. Hier erfährst du, wovon der Futterbedarf abhängt, wie du ihn grob berechnest (auch beim Barfen) und woran du erkennst, ob die Menge passt.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · von Marvin

Hund schaut auf einen Napf mit Trockenfutter auf einer Küchenwaage
Bild KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist ein Startwert – dein Hund kann deutlich mehr oder weniger brauchen.
  • Entscheidend sind Gewicht, Alter, Aktivität und ob dein Hund kastriert ist.
  • Der beste Maßstab ist dein Hund selbst: Rippen fühlbar, Taille sichtbar.
  • Futter abwiegen statt schätzen, und Leckerlis mitrechnen – egal ob Fertigfutter oder BARF.

Warum jeder Hund anders isst

Zwei Hunde mit gleichem Gewicht können einen ganz unterschiedlichen Energiebedarf haben. Ein junger, sportlicher Hund verbrennt viel mehr als ein gemütlicher Senior. Kastrierte Hunde brauchen oft etwas weniger, Welpen im Wachstum dagegen deutlich mehr – bezogen auf ihr Gewicht.

Dazu kommt das Futter selbst: Sorten unterscheiden sich stark in ihrem Energiegehalt. 100 Gramm des einen Futters können also eine ganz andere Wirkung haben als 100 Gramm eines anderen. Deshalb gibt es keine pauschale Grammzahl, die für alle passt – egal ob Fertigfutter oder roh gefüttert.

Die wichtigsten Einflussfaktoren

So findest du einen Startwert

Keine Sorge, du musst nichts selbst ausrechnen. Gib einfach das Gewicht deines Hundes ein, wähle, wie aktiv er ist, und ob du Fertigfutter oder BARF fütterst.

Futter-Rechner

2. Wie aktiv ist dein Hund?
3. Wie fütterst du?

Ungefährer Tagesbedarf

–

Steht meist auf der Verpackung, z. B. „350 kcal/100 g". Steht nicht auf der Packung? Mit dem Kalorienrechner berechnen

Ein Startwert für gesunde, erwachsene Hunde. Für Welpen, trächtige Hündinnen oder Hunde, die abnehmen sollen, gilt er nicht – frag dann lieber deinen Tierarzt. Leckerlis zählen mit.

Magst du es genauer?Der Futter-Check berücksichtigt auch Rasse, Alter, Figur und Kastration und zeigt dir dein Leckerli-Budget. Kostenlos, in zwei Minuten.Zum Futter-Check →

Gut zu wissen: Kleine Hunde brauchen im Verhältnis zu ihrem Gewicht mehr Energie als große. Ein 10-kg-Hund braucht deshalb nicht doppelt so viel wie ein 5-kg-Hund, sondern nur etwa 1,7-mal so viel. Genau das berücksichtigt der Rechner.

Zum schnellen Nachschauen hier ein paar Richtwerte für erwachsene, kastrierte Hunde mit normaler Aktivität:

IdealgewichtEnergiebedarf pro Tag (ca.)
5 kg370 kcal
10 kg630 kcal
20 kg1.060 kcal
30 kg1.440 kcal

Wie viel Gramm das sind, hängt vom Energiegehalt deines Futters ab – bei Fertigfutter steht er meist auf der Verpackung, bei BARF rechnet der Rechner oben mit einem typischen Rohfutter-Durchschnittswert. Wichtig: Das sind Richtwerte. Jeder Hund ist individuell, und genau deshalb kommt der nächste Punkt.

„Die Angabe auf der Packung ist ein Startwert, kein Gesetz."

Der beste Maßstab ist dein Hund

Formeln und Tabellen geben dir einen Startpunkt. Ob die Menge wirklich passt, zeigt dir dein Hund. Mach regelmäßig diesen kleinen Check:

Nimmt dein Hund zu, reduziere die Menge um etwa 10 Prozent und beobachte zwei bis drei Wochen. Nimmt er ab, obwohl er das nicht soll, erhöhe entsprechend. Ändert sich das Gewicht ohne erkennbaren Grund deutlich, sprich das beim nächsten Tierarztbesuch an.

Und wenn ich barfe?

BARF steht für „biologisch artgerechtes rohes Futter". Die gängigste Faustformel für die Zusammensetzung ist 80/10/10: 80 % Muskelfleisch (inklusive etwas Fett), 10 % rohe, fleischige Knochen und 10 % Innereien, davon die Hälfte Leber und die Hälfte andere Organe wie Niere oder Milz. Viele Halter ergänzen zusätzlich Gemüse oder Obst – das ist eine Erweiterung der Grundformel, aber keine Pflicht.

BARF will gut geplant sein: Zu wenig Abwechslung oder falsch dosierte Knochen- und Leberanteile können auf Dauer zu Mängeln oder Übermaß führen, etwa beim Calcium-Phosphor-Verhältnis. Bei Welpen, großen Rassen im Wachstum oder Vorerkrankungen lohnt sich eine Absprache mit dem Tierarzt oder einer auf BARF spezialisierten Beratung. Und: Rohes Fleisch und rohe Knochen bergen ein Hygienerisiko – sauberes Arbeiten, gute Kühlkette und kein rohes Schweinefleisch (Aujeszky-Krankheit) sind wichtig.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Wie oft am Tag füttern?

Die meisten erwachsenen Hunde kommen mit zwei Mahlzeiten am Tag gut zurecht. Welpen bekommen anfangs drei bis vier kleinere Portionen, die mit zunehmendem Alter weniger werden. Wichtiger als die Anzahl ist, dass die Tagesmenge insgesamt stimmt – und dass dein Hund nach dem Fressen etwas zur Ruhe kommt.

Gezeichneter Toby schläft

So mache ich es bei Toby

Toby neigt leider etwas dazu, zuzunehmen. Nach seiner Futterumstellung mussten wir deshalb einiges lernen – und halten uns seitdem ziemlich konsequent an genau diese Regeln: abwiegen statt schätzen, Leckerlis mitzählen und den Bedarf immer wieder selbst nachprüfen. Seitdem hält er seine Figur richtig gut. BARF ist bei uns kein Thema – bei seinem empfindlichen Magen bleiben wir lieber bei dem Futter, das er verträgt.

Wie schnell es trotzdem gehen kann, merke ich, wenn Toby mal ein paar Tage ohne mich im Urlaub ist. Dann bekomme ich manchmal einen kleinen Teppichporsche mit Hängebauch zurück. Zum Glück ist das mit unseren Regeln schnell wieder ausgeglichen.

Mein Tipp: Wird dein Hund mal woanders betreut, gib die abgewogene Tagesmenge am besten gleich mit – inklusive der Leckerlis. Zum Betreuungs-Steckbrief →

Marvin mit Toby auf dem Arm

Geschrieben von Marvin

Hundehalter aus dem Münsterland. Lebt mit Toby und schreibt hier über das, was die beiden zusammen gelernt haben. Mehr über uns →

Du willst wissen, wie viel dein Hund genau braucht?

Ich rechne das gern gemeinsam mit dir aus – passend zu deinem Hund und seinem Alltag, egal ob Fertigfutter oder BARF. Starte am besten mit dem kostenlosen Futter-Check – danach kannst du direkt ein Festessen anfragen.

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Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung oder individuelle Rationsberechnung. Die Werte sind Richtwerte für gesunde, erwachsene Hunde. Dieser Rechner ist bewusst neutral und gilt für Fertigfutter wie für BARF.